395 – Die Odyssee der Westgoten


Die Suche nach einer Heimat trieb die Westgoten durch ganz Europa. Sie marodierten im Balkan, fielen in Rom ein – und wurden nach über 40 Jahren doch noch fündig. Roderich, der Schmied, erzählt seine Geschichte.

1683 – Joseph Schaitberger: Ein Bergmann auf der Flucht


Im Jahre des Herrn 1686 lag zwischen Nürnberg und Salzburg mehr als nur 313 Kilometer Autobahn und eine Landesgrenze. Die Franken-Metropole war schon reformiert, Salzburg ein Zentrum der Gegenreformation. Dennoch trat der reformierte Bergmann Joseph Schaitberger dreimal die Reise an und hatte weit mehr zu fürchten als drängelnde Raser, Mega-Staus und Knöllchen.

1683 – Über den Atlantik ins „heilige Experiment“


Franz D. Pastorius kommt in einem zerstörten Land zur Welt. Seine Familie wird wegen ihrer Religion verfolgt. In der Flucht nach Amerika findet er sein Glück: Der Lutheraner wird einer der größten deutschen Siedler der neuen Welt.

1939 – Vom Flüchtling zum Finanzminister Amerikas


Sein Vater ist ein Berliner Bankier, der 1929 pleite geht. Die Familie schlägt sich mit einfachsten Mitteln durch, flieht 1938 vor den Nazis erst nach Shanghai, dann nach in die USA. Dort wird Michael Blumenthal erst Professor, dann Manager und schließlich Finanzminister.

1944 – „Gelobt sei der Herr!“


Die Vertreibung von Millionen Ostpreußen im Zweiten Weltkrieg hat viele Familien gezwungen vor der russischen Armee zu flüchten, darunter Gabriele K. die auf der Flucht ihrer Familie zur Welt kam.

1945 – „Erzähl doch nicht solche Geschichten“


Es ist einer der strengsten Winter, 1945, in dem das neunjährige Mädchen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern von Ostpreußen nach Danzig flüchtet. Vorbei an zerbombten Städten, Leichen, erhängten jungen Soldaten.

1954 – Eine Flucht mit Nebenwirkungen


“Die haben schon ganz schön gebibbert, als sie da im Gebüsch lagen.” Das sagte meine Großmutter, als ich sie nach der Flucht meines Großvaters Harry Besser fragte. Im Herbst 1954 flohen er und drei Freunde über die Grüne Grenze von Ost- nach Westdeutschland.

1958 – Ein Flüchtling der anderen Art


Schauspieler. Komiker. Kabarettist. Sogar Sänger. Aber Flüchtling? Der „Didi“ doch nicht! „Nur weil er 1958, noch vor dem Bau der Mauer, von Ost- nach Westberlin umzog, ist der Hallervorden doch kein Flüchtling!“, so reagieren die Leute auf der Straße.

1961 – Unter Volldampf in den Westen


Die Lok 234 durchbricht mit Höchstgeschwindigkeit das Grenztor nach West-Berlin. Zugführer Harry Deterling rast mit Freunden, Verwandten und Unbeteiligten in die Freiheit.

1961 – Der Traum vom schnellen Geld


Ab 1961 kamen türkische Gastarbeiter in die BRD – angeworben als billige Arbeitskräfte. Viele von ihnen merkten schnell, wie schwierig ein Leben in der Fremde ohne Familie war. Die fiktive Geschichte eines Mannes, der seine Heimat verlor und auch in Deutschland keine fand.

1963 – Ein Sprung ins kalte Wasser


Es ist der 21. November 1963. Das Wasser des Jungfernsees in Potsdam ist ruhig und liegt wie ein schwarzer Spiegel in der Nacht. Hubert Hohlbein lässt sich langsam hinabgeleiten, sein Bleigürtel zieht ihn nach unten und er schwimmt los.

1986 – Wenn dein Schlepper nur eine Hand zum Fahren hat


Dies ist die Geschichte meiner Mutter, die mit ihrem Mann und uns Kindern Ende der 1980er Jahre unter Lebensgefahr in einem Kleinbus von Afghanistan über die pakistanische Grenze floh und bis zu ihrem Tod 2016 in Deutschland lebte. Sie hat ihre Heimat nie wiedergesehen.

2015 – Geduld ist eine Tugend

Geflüchteter, Flüchtling, Refuge – Mensch! Dies ist die Geschichte eines Mannes, Hamadei Eyad. Syrien ist seine Heimat, Falafel sind sein Geschäft und ein Lächeln seine Waffe. Wie Deutschland um einen Mann reicher wurde.

2016 – Angst schaltete meinen Rekorder aus


Ich war froh, als ich in Aman aus Eritrea einen Flüchtling aus Afrika für ein Video-Interview gefunden hatte. Doch währte die Freude nicht lange. Schon bald wollte er nicht mehr gefilmt werden, denn das gefährde die Sicherheit seiner Familie, die immer noch in Eritrea wohnte. Ich wich auf ein Audiointerview aus, doch die Angst, dass die eritreische Regierung dieses Interview mit seiner Familie in Verbindung bringen könnte, blieb präsent.

2017 – Die Preußen sind (wieder mal) an allem Schuld


Ein junger Pfälzer namens Friedrich verlässt 1888 seine Heimat und setzt in die USA über. Dort macht er im Goldrausch sein Geld, kehrt nachhause zurück und will sich in der Pfalz häuslich niederlassen. Leider machen ihm deutsche Bürokraten einen Strich durch die Rechnung und verbannen ihn. Die Sturheit der Beamten vor knapp 130 Jahren hat heute ungeahnte Auswirkungen.